Vulkanismus

Einen Vulkanausbruch live zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu hören gehörte zu den Dingen, die ich mir nie erträumt habe. Im Jahr 2021 wurde es wahr – ich durfte den Vulkanausbruch des Fagradalsfjall auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten Islands erleben!

Vulkanismus auf Island & der Ausbruch 2021

Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und liegt im Nordwesten Europas. Die Insel liegt direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken und somit sowohl auf der Nordamerikanischen wie auch Eurasischen Platte. Auch der Ausbruch des Fagradalsfjall, der am 19.3.2021 begann, liegt auf dieser Spalte.

Der Vulkan gehört zum Krysuvik-Vulkansystem. Seit über 800 Jahren hat es an dieser Stelle keinen Ausbruch mehr gegeben. Die Isländer tauften ihren “touristenfreundlichen” Vulkan Bob. Anfang April öffneten sich immer mehr Spalten – bis am 14.4. 8 Spalten aktiv waren. Und das ganze System in “Bob and his family” umgetauft wurde. Genau in dieser Zeit durfte ich das Vulkangebiet erleben!

Am 18.9. versiegte der Lavafluß. Die 150 Millionen Kubikmeter Lava bedecken nun ein Gebiet von 4,85 Quadratkilometern.

Fotografieren von Vulkanausbrüchen

Tja, nicht viele Menschen haben aktive Vulkane aus nächster Nähe fotografieren dürfen. Es gibt ein paar logistische Herausforderungen zu meistern.

Leider liegen Vulkane meist nicht an Hauptstrassen oder sind durch Wanderwege erschlossen. Auch wenn die Isländer hier einen bewunderswerten Pragmatismus gezeigt haben! Bereits 2 Wochen nach Beginn gab es einen “Parkplatz” und eine echte Fish&Chips Bude. Und viel wichtiger – Funkmasten im Ausbruchsgebiet.

Für den Weg dahin gilt es, sich auf das Minimum an Equipment zu beschränken. Stöcke, Cramptons (je nach Witterung) und je nach Vulkantyp auch Gasmaske sind nützliche Utensilien. Da die Lava ihre volle Schönheit erst nachts zeigt, ist eine funktionierende Stirnlampe für den Rückweg angebracht. Ein Stativ ist ein “must” – egal wie schwer.

CO2 Bilanz von Vulkanausbrüchen

Grundsätzlich gilt auch hier – die Anreise zu den Ausbruchsorten verbraucht eine Menge Energie. Dann wird es spannend, denn so ein Vulkanausbruch an sich ist ja schon eine ziemliche Umweltsauerei. So hat der Fagradalsfjall vielerei giftige Gase ausgespuckt, schwefelhaltige, fluorhaltige und eben auch CO und CO2. Ersteres ist hochgiftig und machte den Besuch zu einer riskanten Angelegenheit. Bei zweiterem muß man leider zugeben, dass wir Menschen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und Wälder 40-100mal mehr CO2 freisetzen als alle vulkanischen Emissionen pro Jahr. (Quelle klimafakten.de)

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